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Weiterbildung zum Jobcoach

Manchmal kommt es am Arbeitsplatz zu Problemen, weil ein Arbeitnehmer/eine Arbeitnehmerin aufgrund der Auswirkungen seiner/ihrer Behinderung seine/ihre Aufgaben nicht (mehr) selbstständig oder nur lückenhaft bewältigen kann. Manchmal treten auch Veränderungen in den betrieblichen Strukturen ein oder es gibt Schwierigkeiten in der Kommunikation mit Vorgesetzten und Kollegen/Kolleginnen. Jobcoaches können in solchen Fällen dazu beitragen, die betriebliche Integration durch Förderung von betrieblichen Lernprozessen zu verbessern. Es gibt auch die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz entsprechend den Fähigkeiten umzuformen – das nennt man Jobcarving.

Ablauf

  • Planung der Struktur eines Jobcoaching-Prozesses
  • Eingliederung als Jobcoach in den Arbeitsprozess und dort verändernd wirkend
  • Nutzung einer umfangreichen Methodik
  • Unterscheidung der Herangehensweise beim Erlernen von Anlerntätigkeiten von der Förderung von Selbstkompetenzen 
  • Reflexionsfähigkeit, um sich orientieren und die Vielfalt möglicher Veränderungsansätze wahrnehmen zu können
  • Ein typischer Jobcoaching-Prozess verläuft in vier Phasen: Planung, Selbstintegration, Veränderung und Stabilisierung


Module

Modul 1: Einführung ins Jobcoaching

  • Bericht von drei erfahrenen Jobcoaches
  • Austausch über persönliche Lernerfahrungen
  • Kennenlernen der Teilnehmer/-innen
  • Erarbeitung der Aufgaben und der Rolle des Jobcoaches im Betrieb
  • Vorstellung der Einsatzfelder von Jobcoaching und der jeweiligen Finanzierung
     

Modul 2: Anfangssituationen verstehen und die Struktur planen I

  • Wege, um aus den verschiedenen Interessen, Zielen und Ressourcen von Arbeitgeber/-in und Arbeitnehmer/-in mit Hilfe des Kopplungsfensters eine gemeinsame Arbeitsbasis zu schaffen
  • Vorstellung und Ausprobieren von Methoden
     

Modul 3: Anfangssituationen verstehen und die Struktur planen II

  • Wege, um lösungsorientiert Veränderungsansätze zu finden und Lernprozesse einzuschätzen
  • Behinderungsbilder und ihre Rolle im Jobcoaching
  • Ableitung der Struktur des Jobcoachings über den Klienten/die Klientin und den Betrieb
  • Vorstellung eines Auswertungsbogens zur Dokumentation, gleichzeitig als Leitfaden für die Praxis dient
     

Modul 4: Fähigkeiten fördern und Anforderungen gestalten I

  • Schwerpunkt: Jobcarving
  • Zergliederung und Zusammensetzen von Arbeitsprozessen, um aus Einzeltätigkeiten behinderungsgerechte Stellenprofile zu schaffen
  • Durchführung von Tätigkeitsanalysen an realen Arbeitsplätzen
  • Einstieg in die konkrete Arbeit im Betrieb
  • Vorstellung der typischen Interventionsbereiche des Jobcoaches anhand von Beispielen
     

Modul 5: Fähigkeiten fördern und Anforderungen gestalten, Teil II

  • Suche nach kleinschrittigen Lösungsmöglichkeiten, mit denen positive Entwicklungen angestoßen und Lernprozesse angeregt werden können
  • Erarbeitung einer methodischen Umsetzung
  • Erste eigene Erfahrungen als Jobcoach und Reflexion dieser durch ein Rollenspiel
  • Behandlung des Themas: Zusammenspiel von Beziehungsnähe auf der einen und Überblick in der Distanz auf der anderen Seite
     

Modul 6: Konflikte verstehen und lösen

  • Verstehen einer Situation aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten
  • Erkennen von typischen Krisenmustern und Geben von Impulsen zur Veränderung
  • Entstehung von Abwehrreaktionen bei Einzelpersonen und in sozialen Systemen
  • Üben eines konstruktiven Umgangs
  • Verständnis der eigenen Reaktionen und Auflösung von persönlichen Blockaden
     

Modul 7: Ergebnisse stabilisieren

  • Nachhaltigkeit der erzielten Veränderungen
  • Möglichkeiten betriebsinterne und externe Unterstützungsangebote zu nutzen und Konflikten vorzubeugen
  • Persönliche Herausforderungen des Themas Abschied und der angemessene Umgang damit
  • Wiederholung
     

Modul 8: Erlerntes zeigen und Abschied nehmen

  • Exkursion zum BBW Soest
  • Kolloquien
  • Gelegenheit für eine persönliche Reflexion der Weiterbildung
  • Ausblick auf die künftige Arbeit als Jobcoach
  • kleine Abschiedsfeier
     

Für nähere Fragen sind Ihre Ansprechpartner/-innen:

LWL-Berufsbildungswerk Soest
Beratungszentrum für blinde und sehbehinderte Menschen im Erwerbsleben
Hattroper Weg 57, 59494 Soest:

Christof Marquet
Tel.: 02921 684-236
E-Mail: christof.marquet@lwl.org
 

LWL-Inklusionsamt Arbeit
Von-Vincke-Straße 23 – 25
48143 Münster
E-Mail: inklusionsamt-arbeit@lwl.org
www.lwl-inklusionsamt-arbeit.de