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Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im BBW Soest

Hast du Interesse an einem FSJ? Oder dich bereits dazu entschlossen, eines zu machen, doch du weißt noch nicht wo? Im BBW Soest kannst du dein FSJ in einem der vier Bereiche absolvieren: Blindentechnische Grundausbildung (BTG), Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB), im Wohnheim oder im Internat.
Die folgenden Erfahrungsberichte unserer aktuellen FSJler/-innen helfen dir sicher bei deiner Entscheidung.

Erfahrungsbericht BTG

Hallo, wir sind Lena (18) und Jule (18) und absolvieren unser FSJ im Berufsbildungswerk in der Blindentechnischen Grundausbildung (BTG) in Soest. Dieses Themenfeld hat uns interessiert, da uns im Vornherein die Brailleschrift und der Alltag von blinden und sehbehinderten Menschen beschäftigt hat.

Vor dem FSJ hatten wir keinerlei Berührungspunkte mit der Blindheit und Sehbeeinträchtigungen. Doch nach ein paar Wochen hat man sich schnell an den Umgang mit den blinden und sehbehinderten Teilnehmern und Teilnehmerinnen gewöhnt und wusste, wie man in bestimmten Situationen reagieren musste. Wir haben an einem Seminar teilgenommen, das von den Reha-Lehrern geleitet wurde, in dem wir mit verbundenen Augen gefrühstückt und gelernt haben, wie man blinde Personen begleitet und führt. Dadurch haben wir verschiedene Techniken erlernt.

In der Blindentechnischen Grundausbildung (BTG) erlernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Brailleschrift zu lesen und zu schreiben, den Computer blind zu bedienen sowie das Zehnfingertippen, um in Zukunft mit ihrer Sehbeeinträchtigung den Alltag meistern zu können.

Unser Tag beginnt morgens um 7:30 Uhr mit dem Begrüßen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, um dann ins 10-Finger-Tastschreiben zu starten. Anschließend folgt das Erlernen der Brailleschrift durch Schreib- und Leseübungen. Besonders wichtig ist der PC-Unterricht, in dem der Umgang mit Office und der Sprachausgabe erlernt wird. Zudem unterstützen wir als FSJler den Mensadienst und begleiten Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu Arztbesuchen.

Weitere Aufgaben sind das gemeinsame Lesen, die Einzelbetreuung schwächerer Teilnehmer und Teilnehmerinnen und das Kontrollieren von erarbeiteten Aufgaben. Die persönliche Unterstützung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen liegt uns FSJlern besonders am Herzen, da wir viel Zeit mit ihnen verbringen. Uns gefällt besonders, dass wir Verantwortung und Aufgaben übernehmen können, um Einblicke in den Berufsalltag zu erlangen und den Umgang mit stressigeren Situationen zu meistern.

Insgesamt macht uns die Arbeit sehr viel Freude. Wir konnten einen guten Draht zu den Teilnehmern und Teilnehmerinnen aufbauen, da viele in unserm Alter sind und wir sie dadurch noch besser unterstützen können.

Jeder der im sozialen Bereich Erfahrungen sammeln möchte, ist hier gut aufgehoben und sammelt viele schöne und wertvolle Erinnerungen. Wir werden hervorragend in das Team eingegliedert und unterstützt. Die Arbeit im BBW zeigt uns, dass wir uns ein Beruf in diesem Bereich gut vorstellen und gibt und somit ein Stück mehr Sicherheit für unsere bevorstehende Berufswahl.

Allen nachfolgenden FSJlern wünschen wir viel Spaß und eine gute Zeit!

Erfahrungsbericht BvB

Hallo, ich bin Anna Palz und seit August 2021 als FSJlerin in der BvB-k (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme im kaufmännischen Bereich) des LWL Berufsbildungswerkes Soest tätig. Mein Arbeitstag beginnt morgens in der Woche um 7:30 Uhr. In der BvB-k gibt es drei Gruppen mit insgesamt 25-30 jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis etwa 30 Jahren. Ihr Ziel ist es, eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren, weisen jedoch bisher nicht die benötigten Qualifikationen auf.

Die Aufgabe in der BvB-k besteht darin, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei ihrem aktuellen Leistungsstand abzuholen und ihn zu erweitern. Hierbei werden hauptsächlich durch Aufgaben am PC, die Deutsch und Mathekenntnisse der Teilnehmer und Teilnehmerinnen individuell gefördert und gefestigt. Darüber hinaus unterrichten die Ausbilder und Ausbilderinnen in ihren Gruppen Wirtschaft- und Sozialkunde sowie Kommunikation und Sozialkompetenztraining für die Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Zu Beginn der Maßnahme, wird eine vierwöchige Eignungsanalyse mit den jungen Erwachsenen durchgeführt, damit sich die Ausbilder und Ausbilderinnen einen Überblick über den Leistungsstand jedes einzelnen Teilnehmers und jeder einzelnen Teilnehmerin verschaffen können. Anschließend erfolgt die Einteilung nach Leistungsstufen in Gruppen. So kann zielgerichteter und individueller in jeder Gruppe gearbeitet werden.

Die Gruppen stellen sich hauptsächlich aus jungen Erwachsenen zusammen, die einen unterschiedlichen Ausprägungsgrad der Sehbehinderung aufweisen. Des Weiteren sind auch blinde Teilnehmer und Teilnehmerinnen sowie Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit einer Autismus- Spektrum- Störung in den Gruppen vertreten. Durch verschiedenste spezifische Hilfsmittel, wie z.B. eine Braillezeile für die blinden Teilnehmer und Teilnehmerinnen oder dem Bildschirmlesegerät zur Schriftvergrößerung für die sehbehinderten Teilnehmer und Teilnehmerinnen, werden die Schreibtische für jeden Einzelnen entsprechend ausgestattet.

Im Vormittagsbereich besteht meine Arbeit hauptsächlich aus dem Korrigieren der Aufgaben am PC. Bei Fragen stehe ich den Teilnehmern und Teilnehmerinnen natürlich auch direkt zur Verfügung und helfe ihnen somit auch einzeln an ihrem Platz. In der Mittagszeit gehe ich gemeinsam mit den anderen FSJlern zum Mensadienst. Hier helfen wir dabei, die Tabletts an die Tische zu tragen und übernehmen den Getränkeausschank. Im Anschluss haben wir FSJler Mittagspause.

Mein Nachmittagsprogramm ist sehr vielseitig. Einmal in der Woche fahre ich mit jeweils zwei Teilnehmern oder Teilnehmerinnen der Hauswirtschaft zum Kaufland und begleite sie beim Großeinkauf für die darauffolgende Woche. Hierzu fahre ich einen Betriebswagen des LWLs. An den anderen Nachmittagen betreue ich eigenständig eine der drei Gruppen und spiele zwischendurch ein Spiel mit ihnen. An manchen Tagen machen wir auch einen gemeinsamen Spaziergang. Durch Corona wird wöchentlich eine Teststation aufgebaut, an der die FSJler mithelfen, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu testen. Montags bis donnerstags endet mein Arbeitstag um 17:00 Uhr und am Freitag schon um 12:00 Uhr.

Allgemein bin ich mit meinen Aufgaben im LWL Bildungswerk in Soest sehr zufrieden, da ich eine gewisse Struktur im Alltag habe, die mit abwechslungsreichen Aufgaben gefüllt ist. Neben der Vielseitigkeit an Aufgaben, gefällt mir des Weiteren die Teamarbeit gemeinsam mit den Ausbildern und Ausbilderinnen sowie die im Fokus stehende Arbeiten mit Menschen, die okular eingeschränkt sind bzw. eine Autismus- Spektrum- Störung aufweisen. Darüber hinaus lerne ich verschiedene sozial- und auch rehabilitationspädagogische Aufgaben – wie beispielsweise das Führen von Blinden – kennen und anzuwenden.

Erfahrungsbericht Wohnheim

Wir sind die FSJler der Wohnheime des LWL-Berufsbildungswerkes Soest und sind durch das Internet und das Rote Kreuz auf die Idee gekommen unser FSJ hier zu absolvieren. Da wir in den Wohnheimen arbeiten, fängt unser Tag meistens erst um 12 Uhr an. Zu unseren Tätigkeiten gehören nicht nur Aufgaben im Haushalt und das Versorgen der Wohnheime mit Kaltverpflegung, sondern auch das Unterstützen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen in alltäglichen Situationen.

Zum Beispiel das Begleiten zum Bahnhof oder auch zum Arzt, gibt uns die Möglichkeit Gespräche mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen zu führen, um sie besser kennenzulernen. Außerdem bietet sich nach dem Abendessen die Chance mit den Jugendlichen Spiele zu spielen oder den Abend mit anderen Freizeitaktivitäten zu gestalten.

Zu den bereits erwähnten Aufgaben im Haushalt, wie dem Ausräumen der Spülmaschine, der Lebensmittelversorgung, oder dem Transfer der Post, übernehmen wir auch eine pädagogische Rolle. Wir sind eine Anlaufstelle zwischen den Teilnehmern und Teilnehmerinnen und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die eine wichtige Verantwortung mit sich bringt!

Ebenfalls bieten wir individuelle Förderungen den Bereichen wie Mathematik, Deutsch oder Englisch an. Erfahrungsgemäß können wir deutlich sagen, dass der Kontakt mit den jungen Erwachsenen uns am meisten Freude bereitet. Beim Austausch lernt man viel über die Hürden und Herausforderungen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sie im alltäglichen Leben mit sich tragen. So entstehen vielfältige und diverse Gespräche, die einem selbst eine ganz neue Perspektive auf sonst selbstverständliche Situationen zeigen.

Natürlich teilen auch wir unsere gesammelten Lebenserfahrungen mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Dadurch sind wir nicht nur eine Stütze, die die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entlastet, sondern auch in gewissen Maßen eine Anlaufstelle für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, in der wir, durch unsere Präsenz und Eindrücke, Einfluss auf den weiteren Werdegang der jungen Erwachsenen nehmen können.

Für das FSJ haben wir uns entschieden um zu schauen, ob die soziale Richtung zu uns passt oder ob wir uns in Zukunft in eine andere Richtung orientieren wollen. Die einzelnen Bestandteile des FSJ, wie die Nachhilfe, das Eintauchen ins Erzieherdasein etc. sind bisher echt spannend und lehrreich!

In unser bisherigen Zeit hier haben auch wir viele neue Eindrücke sammeln können und durch eine Vielfalt an facettenreichen Persönlichkeiten kennengelernt. Wir konnten viele neue Erfahrungen sammeln und haben viel über den Umgang mit Blinden, Sehbehinderten und Autisten gelernt. Zudem bereitet es sehr viel Freude Teil des wichtigen Lebensabschnittes der Jugendlichen zu sein. Wir sind froh darüber, dass wir uns für dieses Freiwillige Soziale Jahr im LWL-BBW Soest entschieden haben, da es der perfekte Start in die Arbeitswelt für uns war.

Auf Grund der genannten Punkte, haben zwei von uns sich dafür entschieden eine Ausbildung als Erzieher/-in anzustreben.

Erfahrungsbericht Internat

Wir, Berkant und Benita, haben uns für ein FSJ entschieden, um uns sozial zu engagieren und uns persönlich weiterzuentwickeln. Außerdem ermöglicht uns das FSJ, uns beruflich zu orientieren und Erfahrungen im Umgang mit Menschen zu sammeln. Gegeben falls kann das FSJ den praktischen Teil des Fachabiturs ergänzen oder als Praktikum für ein späteres Studium dienen, wie zum Beispiel für das Studium „Soziale Arbeit“.

Im vergangenen Schuljahr haben wir unser Abitur gemacht und sind unmittelbar nach den Sommerferien mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr gestartet. Unser Einsatzort ist das LWL-Internat in Soest. Das Internat ist an die von-Vincke-Schule und an das LWL Berufskolleg Soest angegliedert. Dabei handelt es sich um Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen. Es gibt sieben verschiedene Internatsgruppen, die sich in ihrer Wohnform je nach Selbstständigkeit und Alter der Bewohner und Bewohnerinnen unterscheiden.

Einerseits läuft unser Arbeitsalltag strukturiert und geordnet ab, andererseits ist er sehr abwechslungsreich und nicht immer vorhersehbar. Dies liegt unter anderem daran, dass unser Aufgabenfeld zum einen feste planbare Aufgaben wie zum Beispiel Botengänge, die Begleitung und Unterstützung der Schüler und Schülerinnen beim Mittagessen in der Mensa umfasst, andererseits den großen Bereich der Freizeitgestaltung und Hausaufgabenbetreuung, der uns beiden viel Freude bereitet.

Während der Hausaufgabenbetreuung gehört es zu unseren Aufgaben, uns auf die Sehbeeinträchtigungen der Schüler und Schülerinnen einzustellen. Dabei besteht die Herausforderung darin, sich individuell auf die Sehbeeinträchtigungen und die Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen einzulassen und geeignete Hilfe zu leisten. Dafür haben wir an der Fortbildung „Sehende Begleitung“ teilgenommen. Dort haben wir unter der Augenbinde gefrühstückt und uns von den anderen übers Gelände führen lassen. Dies hat uns einen interessanten Einblick in das Leben eines Blinden ermöglicht.

Sobald die Hausaufgaben erledigt sind beginnt die Freizeitgestaltung nach Belieben der Schüler und Schülerinnen. Ob Fußball spielen, Gesellschaftsspiele spielen oder Musizieren, alles ist möglich. Zusammen mit den Schülern und Schülerinnen haben wir schon gekocht oder gebacken und anschließend mit der Gruppe das Ergebnis genossen. Auch Ausflüge in den Wildtierpark oder ins Maislabyrinth haben wir unternommen.

Besonders die Zeit, die wir mit den Schülern und Schülerinnen verbringen, ermöglicht es uns, diese näher kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu schaffen. Mittlerweile sind wir oft Ansprechpartner und werden immer wieder nach unserer Meinung und Einschätzung gefragt.

Als Fazit können wir sagen, dass uns das FSJ Spaß macht und gerade die Arbeit mit den Jugendlichen abwechslungsreich und spannend ist, sodass es immer etwas zu lachen gibt. Wir sind also froh, uns für das FSJ im Internat entschieden zu haben.

Ist dein Interesse geweckt?

Dann melde dich bei unserer Wohnheimleiterin Monika Greiß:
E-Mail: monika.greiss@lwl.org oder Tel.: 02921 684-160

Oder bewirb dich direkt über den Bewerbungslink vom Deutschen Roten Kreuz. Dort findest du auch alle weiteren Informationen.

 

Einführungsseminar

Zu Beginn des FSJ haben unsere aktuellen FSJlerinnen Lena und Jule an einem Einführungsseminar zum Thema „sehende Begleitung“ bei Britta Kaufmann und Andreas Nerling (Reha-Fachdienst) teilgenommen. In diesem Seminar haben sie verschiedene Führungs- und Begleittechniken gelernt. Hier findet ihr ihren Erfahrungsbericht: